0908 Benefiz PKD-RTF

PkD-Tour 08.09.2012.  Strampeln für einen guten Zweck

 

Am Samstag, den 08.09.2012, fanden sich rund 80 Teilnehmer zur 4. PKD-Tour, einer Benefiz-Tour zugunsten des Vereins Familiäre Zystennieren e.V., mit Start in Griesheim ein. 

Die Sportveranstaltung, von der Radsportabteilung des TuS Griesheim und dem Verein PKD Familiäre Zystennieren gemeinsam veranstaltet wird, ist vor allem dazu da, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Bei Zystennieren handele es sich schließlich um eine der häufigsten genetischen Erkrankungen, die das Leben bedrohen

Uwe Korst aus Bensheim, Vorsitzender des Vereins PKD Zystennieren (medizinisch: polyzystische Nierenerkrankung – engl. Abkürzung PKD), Vorstandsmitglied im Bundesverband Niere und Mitorganisator der Radtour, konnte zum ersten Mal wieder selbst in die Pedale treten. Vor einigen Jahren wurde bei dem ehemals ersten Mann beim RTC Bergstraße/Odenwald eine Zystennierenerkrankung diagnostiziert: „Ich selbst war an der Dialyse. Nur durch die großartige Nierenspende meiner Ehefrau im Dezember vorigen Jahres stehe ich heute hier und freue mich, bis Bensheim mitfahren zu können“, sagte er in seinen Begrüßungsworten. 

Die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (m.d.B) hatte die Schirmherrschaft über die Radtour zugunsten nierenkranker Menschen übernommen und schickte die Fahrer bei spätsommerlichem Wetter nach einigen Grußworten auf die Strecke, welche annähernd die Form einer Niere aufwies, auf eine zunächst flache Fahrt durch das hessische Ried. Nach rund 35 Kilometern wurde eine erste Rast auf dem Markplatz in Bensheim eingelegt, wo an den Ständen des dort an diesem Wochenende stattfindenden Weinfestes bereits eine sehr wohl schmeckende Wildschweinbratwurst und Bananen-Snacks zur Stärkung auf die Pedaleure wartete. 

Nach dieser Stärkung war es kein Problem der drei Gruppen, die mit einer Geschwindigkeit von Durchschnittlich 25 Km/h unterwegs waren, sowie einer Gruppe mit 21 Km/H im Schnitt fahrend, die ersten Höhenmeter auf der Nibelungenstraße in Richtung Lindenfels zu absolvieren. Weiter führte die Strecke über das Gumpener Kreuz, Reichelsheim, Fränkisch-Crumbach in Richtung Wersau, über eine wenig befahrene Nebenstrecke. Die B 38 wurde überquert, und in Nieder-Klingen wartete eine zweite Verpflegungsstation auf die Fahrer, ausgestattet mit feinstem Nusszopf Kuchen, Obst und diversen Getränken. 

Mit frischen Kräften versehen konnte man ruhigen Gewissens die letzten rund 40 Kilometer zurück nach Griesheim in Angriff nehmen.

Man saß noch zusammen im Biergarten und lies den Tag Revue passieren, der auch ein paar kleinere technische Pannen beinhaltete, aber alles in Allem, Inklusive mit dem „guten Draht nach Oben“ für das Wetter, konnten die Teilnehmer auf eine gelungene Veranstaltung zurück blicken.

 

Über die Erkrankung ist folgendes zu sagen:

In Deutschland leiden schätzungsweise über 100 000 Menschen an Zystennieren. Weltweit sind es 12,5 Millionen. Es handelt sich um eine der häufigsten genetischen Erkrankungen, die das Leben bedrohen. 

Bei Zystennieren wird die Funktion der Niere durch die Bildung einer Vielzahl kleinerer und größerer Zysten eingeschränkt. Derzeit gibt es noch keine Behandlungsmöglichkeit und auch keine Heilung. 

Alarmierende Symptome können sein: Hoher Blutdruck, Schmerzen im Rücken, Blut im Urin, Nierensteine, häufige Harnwegsinfektionen, Nierenerkrankungen in der Familie, Herzprobleme, Schlaganfall. 

Über 60 Prozent der von Zystennieren betroffenen Menschen entwickeln ein endgültiges Nierenversagen. Es helfen dann nur noch Dialyse und Transplantation.