Ostfrieslandtour

 

Ostfriesland-Tour 2013

Lange geplant. Eigentlich sollte es am Fronleichnam geschehen, gefahren sind wir dann Ende Juli. Warum? Weil liebe Freunde in der Abteilung meinten, dass man den Enno die Strecke nach Ostfriesland nicht alleine fahren lassen kann. Er wollte mit dem Zug fahren. Geht nicht, wir sind Rennradfahrer und keine Schwellengleiter.  Kommt nicht in Frage, wir bringen dich hin in deine alte Heimat.  Also gut, dann kommt halt mit. In 4 Tagen sollte es geschafft sein.

Wie immer ist die Planung der Strecke und die Reservierung der Hotels eine aufwändige und damit zeitraubende Arbeit. Irgendwann aber stand die Strecke und die Hotels wurden gebucht. Am Anfang waren wir 14 Freunde, 2 konnten nicht wegen privaten Anlässen leider nicht mit.  So waren wir 12. Das passte perfekt. Der Enno bleibt oben als Erntehelfer, 2 fahren mit dem Rad zurück also passen die 9 Übrigen in den Opel-Bus vom TuS für die Rückfahrt nach Griesheim.

Los ging es am 27. Juli

Ein heißer und sonniger Tag, Temperaturen bis zu 35 Grad.

Schon kurz nach GG streikte der Opel-Bus. Unser Manfred wurde kreidebleich. „Die Karre lässt sich nicht mehr schalten“. Kann nicht sein, sagt der Roland. Also mal reingeschaut, Verkleidung im Innenraum ab, nichts zu sehen. Motorhaube auf, nichts zu sehen. Scheißperlen rannten uns senkrecht an der Wirbelsäule hinunter. Wir bleiben zu dritt am Bus und rufen den ADAC. Die anderen fuhren erst mal weiter. Der ADAC kam sehr schnell und der kluge Engel (Mann in Gelb) sagte und reparierte: „Gestänge am Kugelkopf ausgekoppelt, drück ich wieder rein“. Ist so wie an der Hüfte bei uns. Tut bei uns weh, beim Opel nicht. Der ist dann aber genauso unbeweglich wie wir es wären.

Den Hinweis, die Verwundung mit einem Kabelbinder zu fixieren wurde vom gelben Mann als nicht möglich abgetan. Das hält jetzt sicher mal erst für eine gewisse Zeit. Stimmte haargenau. Ungefähr 3 Kilometer. Raus aus dem Auto, reingedrückt. Weitergefahren. Nun schalte bitte gaaaaaaaaaaanz vorsichtig. Das mach ich doch! Aber die Opel-Hüfte kugelte immer wieder aus. Bei Limburg hatten wir die Faxen dicke. Roland! Hilfe! So können wir nicht weiterfahren. Also aufgebockt und jetzt doch: Kabelbinder. Die Hände von Roland kamen von unten an die verletzte Stelle und verknotete die wehe Stelle mit 2 von diesen Wunderdingern. Nicht zu glauben, aber es hielt durch. Die ganze Strecke hoch und auch noch wieder zurück bis nach Griesheim.

Also weiter durch Orte mit Namen wie Wallrabenstein, Bäuerbach, Ohren, Irmtraut, Fehl-Ritzhausen, Katzwinkel bis nach Freudenberg. Nach Limburg landschaftlich zum großen Teil ländlich, nur ganz kurze Stücke auf Bundestrassen, eigentlich nur um zu queren. Einige Pausen mussten sein, es war warm, sehr warm. Keine Platten, keine Defekte an den Rädern, die Fahrer gingen auch nicht kaputt. Auch unsere 2 Damen nicht, Chapeau.

Das letzte Stück zum Hotel noch einmal ein strenger Anstieg. Dann erst mal eine Stärkung reingeschüttet. Froh endlich angekommen zu sein. Es ward gegessen und getrunken und anschließend gut geschlafen. Ruhiges Hotel mit herrschsüchtiger Hotelmutti.

Weiter ging es am 28. Juli, zweiter Tag

Am Anfang fast kühl, später sonnig, noch später auch noch ein wenig Regen, aber nur kurz und nicht wirklich störend. Temperaturen normal für die Jahreszeit, evtl. auf den Höhen etwas zu kühl. Wieder herrliche Landschaften auf kaum befahrene Nebenstrecken und Wirtschaftswegen. Spätestens jetzt zeigte sich, dass es sich lohnt lange und akribisch die Strecke zu planen. Durchs Sauerland ging es an Stauseen vorbei immer in Richtung Norden. Einige Ortsnamen gefällig?  Pracht, Dumicke, Oesterhammer, Birnbaum, Stephanopel, Sonnenschein, Schlückingen, Bruch oder Ostdolberg. Alle auf dem Weg nach Telgte.

In Telgte ein gutes Hotel ohne Abstellraum für die Räder. Die wurden dann im Hänger verschlossen. Im Hotel gab es Kaffee für umme. Man erinnert sich. Reinhard trinkt. Kaffee. Gerne. Viel. Wo, ist egal. Schwarz muss es sein, das Zeug.

Gegessen am Markplatz in Telgte in einem italienischen Lokal mit sehr leckeren Gerichten. Ein schöner alter Ort, ruhig, beschaulich, ansehbare Bauten.

Gut geschlafen.

Und wieder ging es aufs Rad am dritten Tag dem 29. Juli

Was kommt den jetzt noch?  Ist doch alles flach. Fällt höchstens noch ein wenig ab, weil es ja weiter nach Norden geht. Das geht doch locker auf der linken Ars……. .

Ganz so einfach ist es auch wieder nicht. Fahren (treten) muss jeder für sich alleine. Der Wind war uns ziemlich gnädig, er war nicht zu stark und kam nicht direkt von Norden (also von vorne).

Da oben ist alles flach und mit Mais bestellt. Man hat dort viele Biogasanlagen. Eigentlich ein Frevel, fruchtbares Ackerland zum Erzeugen von Treibstoff umzufunktionieren.  Was allerdings bei dem Schreiber Hochstimmung verursachte waren die leckeren Parfümgerüche. Endlich mal wieder etwas natürliches an Gerüchen, nichts künstlich.

Der Tacho zeigte in Papenburg dann gut 150 Kilometer an, der Schnitt war gut. Die knapp 700 Höhenmeter merkt man nicht, es die Summe aus den vielen kleinen Wellen.

Hotel war gut, Lage perfekt für einen kleinen Spaziergang in die liebliche Stadt. Viele Krähen flogen am Abend scheinbar planlos umher, ein einmaliges Schauspiel.

Das war dann schon der vorletzte Tag auf dem Rad. Ales gut gegangen, kein Defekt, keinen Platten, kein Sturz und der Opel hielt auch sein Gestänge beieinander – dank sei unserem Roland.

Und ein letztes Mal (auf der Tour) mussten die Räder herhalten am 30. Juli vierter Tag

Es sind noch ca. 80 Kilometer bis zum Ziel.  Aber erst einmal zur Meyer-Werft. Da werden die dicken Kreuzfahrtschiffe gebaut. Das muss man doch gesehen haben, wenn man so nah dran ist.

Schon die Außenmaße der Hallen sind beeindruckend. Das Schiebetor zum Auslaufen (da wo die Schiffe dann das erste Mal Frischluft schnappen) ist das 2tgrößte der Welt. Nur das NASA-Tor ist noch ein wenig größer.

Die Führung war speziell. Nur für uns. Wer es nicht gesehen hat, kann nicht mitreden. Es ist einfach umwerfend, welche Brocken da liegen, die Norwegian GETAWAY wurde gebaut, 330 Meter lang, 40 Meter breit, 10 Stockwerke übers Deck hinaus. Einfach riesig.

Danach weiter nach Leer, immer am Deich entlang. Links die Ems, rechts plattes Land. In Leer gab es Tee. Ostfriesentee. Das ist schwarzer Tee in einer typischen Mischung. Das schmeckt den Leuten da oben immer. Morgens, Nachmittags, Abends und spät in der Nacht. Andere trinken in dem Rhythmus Kaffee, aber kann nicht jeder mithalten.

Nach der Teepause ging es weiter. Jetzt zur Abwechslung mal auf der Seite des Deiches zur Ems hin. Das war für mich Heimat. Einfach wie früher. Richtig Wind. Von schräg links, mehr vorne.

Typische Landschaft des Schreibers durchfahren. Schlechte Wege. So ist es halt. Immer gewesen. Ich war wieder zu Hause. Und das mit dem Rennrad. Und den 12 mitfahrenden Freunden. Mee wie schee.

Am Heimatort angekommen. Großes Hallo. Was gab es? Tee und Teekuchen beim Neffen vom Schreiber. Was den sonst. Ich glaube wir Ostfriesen haben den Tee erfunden. Anschließend ins „Hotel“ am Deich. Wollte den Leuten mal zeigen, wie man auch einfach schlafen kann. Wie früher, fast.

Am Abend noch nach Greetsiel, es hat stark geregnet. Nix gesehen vom schönen Ort. Nur noch gegessen und dann ab ins Bett.  Einfach geschlafen.

Die Fahrdaten in der Übersicht:

Fahrdaten Ostfriesland

 

 

 

 

 

 

Endlich, ein Tag Urlaub – Norderney am 31. Juli

Aber gut gefrühstückt. Auf nach Norddeich. Rauf aufs Schiff. Eine ruhige Fahrt nach Norderney.

Räder geliehen. Zum Leuchtturm gefahren. Seltsames Gefühl, so ein „Tourenrad“. Fährt sich einfach ganz andersder.

Aber egal. Es geht. Mittagspause. Dann endlich ans Wasser.  Einer kocht. Kaffee. Der kann das. 4 gehen Baden. Mit voller Absicht. Nicht kalt. Herrlich. Salzig. Das tut gut, da bekommen wir Durst.

Mit dem Rad zurück durch die Stadt. Voll. Menschen.

Aufs Schiff. Auch voll. Möwen gefüttert. Relaxed. Tut gut.

Für die Bewirter vom Schreiber Blumen gekauft. Ins Hotel umgezogen.  Zum Hof (Neffe  vom Bruder) geeilt. Pünktlich da.

Herrschaftlich gegessen. Normal getrunken. Platt. Gesprochen. Einige wenige. Bedankt. Großzügige Gastgeber. Friesengeist und Bier geschlürft.  Kein Tee. Warum eigentlich nicht?

Zurück ins „Hotel“. Einfach geschlafen.

Alle fahren zurück, einer bleibt oben am 1. August

2 fahren mit dem Rennrad zurück. Tolle Kerle. Früh raus die beiden. Frühstücksgestärkt aufs Rad. Bewundert von den Einheimischen. Gut gelaunt. Winke Winke gemacht.

Die anderen 9 gefrühstückt im „Hotel“. Wieder gut. Gepackt. Eingeladen. Räder im Hänger verzurrt. Wieder Winke Winke gemacht. Weg waren se.

Allein geblieben. Oben. Heimat. Familie. Freunde. Platt sprechen. Trecker fahren. Ernte. Silo. Rückwärts trecker mit Hänger fahren. Nicht einfach. Keine Schrammen gemacht. Nichts kaputt gegangen. Sonne. Regen. Eggen. Grubbern. Tiefenlockern. Essen auf dem Feld. Essen um 24 Uhr, weiter dreschen. Alles gut.

September. Wieder hier. Auch gut. Fast.

Danke an alle Mitgewesenen, freue mich euch zu kennen. Müssen ähnliches wieder machen. Unbedingt.

 

Uns geht es gut. Saugut.

Soll noch so bleiben. Wenn’s geht.

Die freuten sich, weil sie dabei waren
Andrea Sabine Axel
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Enno Klaus Lorenz
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Manfred Reinhard Roland
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Siggi Stefan Werner
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