Radmarathon 2015 Bericht

Bericht vom Radmarathon von Eugen

15. R(h)ein flach – wieder ein erfolgreicher TUSRadmarathon Über 300 Starter/-innen traten voller Energien in die Pedale.

Sonntag, 26. April, 6.00 Uhr morgens am TUS-Heim in der Jahnstraße: Die Anmeldetische sind zurechtgerückt, die ersten Kuchenbleche sind aufgedeckt und der frisch gekochte Kaffee wartet auf die ersten Gäste, die sich nach und nach zu ihrer 204 Kilometer langen Radfahrt durch das Ried einfinden.

Es herrscht eine ruhige Atmosphäre, die Stimmung ist gut, das Team der Radsport-Abteilung hat sich gut vorbereitet, es geht bald los. Pünktlich starten ab 6.20 Uhr im 10minütigen Abstand insgesamt 13 Gruppen, angeführt von Abteilungsmitglieder, die sich in vielen intensiven Trainingsfahrten die für alle gleiche Strecke eingeprägt haben.

Es wird in unterschiedlichen Leistungsgruppen gestartet. Alle Gäste konnten sich bereits bei der Anmeldung für eine bestimmte Geschwindigkeitgruppe entscheiden, niemand sollte sich nach der Ankunft über- bzw. unterfordert fühlen. Einmal im Jahr macht sich also die TuS-Radsportabteilung ziemlich breit auf den Straßen. Manchmal zum Unmut einiger Autofahrer, die die Gruppen z.T. gerne wild gestikulierend und mit lautem Gehupe auf benachbarte Radwege verweisen wollen. Viele kennen aber den relativ unbekannten Passus der Straßenverkehrsordnung nicht, wonach Rad fahrende Gruppen ab 16 Personen einen geschlossenen Verband bilden müssen. Der Paragraph 27 der StVO legt fest, daß dann auf der Straße und nicht auf dem Radweg gefahren werden muss. Hier gilt dann auch das Fahren nebeneinander, in der sogenannten „Zweierreihe als notwendig, weil die Gruppen sonst zu lang und für Autofahrer und Radfahrer als 'nicht gefahrlos zu überholen' gelten. Die radelnde Gruppe muss als Hindernis erkannt werden und bedarf einer besonderen Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer. Zum Glück überwiegen jedoch diejenigen Autofahrer/-innen, die mit freundlichem Hupen die Aktiven grüßen und gerne bis zum gefahrlosen Überholen warten.

Für die Radfahrer/-innen selbst ist das Fahren in einer Gruppe mit konstanter Geschwindigkeit ein besonderes Erlebnis, weil hier der Effekt des Windschattens deutlich spürbar ist. Man spricht von einer Kraftersparnis bis zu 30 %. Bei der Strecke von über 200 km ist es ein durchaus spürbarer Faktor. Bei vielen Teilnehmer/-innen ist daher das Angebot des TuS Griesheim zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr sehr willkommen. Es bietet vielen einen perfekten Baustein in der Saisonvorbereitung. Ein Bericht aus einer der frühen Gruppen, die mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 30 km/h unterwegs war, gibt einen kleinen Einblick in die Geschhnisse dieses Tages, die unerwartet aber erfolgreich bewältigt werden konnten. Nicht alle Gruppen mussten sich den Regenschauern des Tages stellen: „Nach fast vollendeter zweiter Runde und dem Glücksgefühl, zum Einen fast am Ziel zu sein und zum Anderen dem unvermeintlichen Regenschauer entfliehen zu können, wendete sich das Blatt. Uns erwischte ein Schauer, der seines Gleichen sucht. Der „R(h)ein-flach- Wettergott“ war für kurze Zeit zum Poseidon des Rieds mutiert und ergoss seine ozeanische Fluten über die "Gruppe Eins 30H". Große Regentropfen mit Ausmaßen, die Weintrauben glichen, prasselten diese auf die gescholtenen Radler/-innen nieder. Einige Mitstreiter/-innen können sich sogar an Hagelkörner erinnern und berichteten retrospektiv von sintflutartigen Regenschauern mit noch mehr Wind als in der Südrunde, dem wir standhielten und natürlich keinen km/h nachgelassen haben. Die Gruppe schob schliesslich bis Büttelborn erfolgreich die atlantische Bugwelle vor sich her. Trotz eines kurzen Stops, wegen eines Kameraden, der bei zu steiler Schräglage im Verkehrskreisel den Asphalt inspizieren wollte und dabei die Haftreibungsgrenze überschriftt, kamen wir alle gemeinsam und heile wieder beim TUS an und sprachen davon, uns im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder sehen wollen, ob mit oder ohne Poseidons Launen.