Rainer ist auf Tour

Von Griesheim mit den besten Wünschen auf
eine gesunde Wiederkehr und ganz vielen Erlebnissen
Grüße an alle unsere Freunde

21.4.- Er ist in Bar le Duc und sagt: Schönes Wetter hier und nette Menschen 25.4. – Er ist in Kirchzarten bei Bekannten, insgesamt 763 km gefahren.

Es geht ihm gut. Pässe sind noch gesperrt, geht in den Zug (Feigling) bis Chiasso. Im Schwarzwald Höllental hoch. Chapeau, Rainer. / 925 km bis jetzt.

28.4. – Habe eine Unterkunft in Suello, zwischen Como und Lecco. Eigentlich wollte ich zelten, denn hier ist es 23 Grad, aber es stürmt. Das Zelt wäre kaum aufzubauen und wenn, würde es davonfliegen…Kilometermäßig lief heute nicht viel, bin erst nachmittags gestartet in dem umtriebigen Chiasso, gleich eine Seitenstraße gefunden die lange steil hinaufging. Um so schöner war die lange Abfahrt. Und wie bin ich zu der Unterkunft gekommen? Indem ich einen italienischen Radler fragte, der hat dann alles organisiert.

 1.05. –  1194 km bis heute und wäre ich mit einem Colnago-  RRad gefahren, wäre ich jetzt schon zu Hause. Es gab keine    Werksbesichtigung vorgestern. Heute habe ich mich schon  um 15:00 Uhr ins Hotel begeben, bin erst für 6. Mai in  Pontassieve  angemeldet und bin nur noch etwa 200 km  entfernt nahe Reggio nell' Em ilia. Vorgestern gab es  "flüssigen Sonnenschein", seither ist es vorwiegend bewölkt  um 18 Grad. Die Strecke ist meist eben und als Zugabe gibt's  meist Rückenwind. Von mir aus könnte es die "restlichen"  knapp  3.000  so weitergehen.

4.05. – Hallo, am Passo Brasa konnte man richtig bräsig werden. Er zog sich über 45 km bergauf hin, dann erst ging es meist bergab. Zwischenstopp hatte ich bei der Bergauffahrt: ich würde von der Straße weg zu einer Geburtstagsfeier eingeladen, " mußte" Sekt und Wein trinken, Mittagessen, Kaffee trinken und Kuchen essen. Nach 3 Stunden konnte ich endlich weiter, blieb jedoch bald bei einem deutschen hängen, der schon lange in Italien lebt. Darauf ging es stellenweise mit 15% Gefälle weiter. Und jetzt habe ich gefrühstückt und ich fahre weiter bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen.

5.05. – Heute morgen habe ich in Vinci das Leonardo da Vinci Museum besucht und bei knallheißem Wetter und welliger Strecke einen Tag vor der Zeit Pontassieve erreicht; bin heute in einer anderen Unterkunft, ab morgen habe ich volles Programm mit verschiedenen Herrschaften. Später mehr dazu. Nun ist mit den heutigen 70 km der Gesamtkilometerstand auf 1464 km angewachsen.

9.05. – es gibt leider keine Bilder von Pontassieve. Die "offiziellen" wurden nur mit der Kamera gemacht. Mir geht's wieder besser, habe eine Magen- Darm- Geschichte auszustehen. Ich habe einen Pass vor mir, der 909 m sei, Pontassieve liegt bereits auf 440 m. Und dann würde es nur noch hinabgehen nach Forli, meinem Tagesziel. Die Strecke soll 86 km sein, gerade genug für den etwas geschwächten Körper…

10.05. – Pontassieve war vorgestern, und seither geht es mir wieder sehr gut! Es ging übrigens nicht nur auf 900 Meter, sondern auf 1223 Meter, der Passo Muraglione hatte es in sich. Gestern Abend erreichte ich Ravenna nach 129 km, bin jetzt extra an den Strand " Lido di Pomposa gefahren um WIFI zu haben. Bin ungefähr 90 km vor Venedig und 1873 km insgesamt gefahren.

11.05. – Gestern war Spargelfest in Mesola, so grün schmeckt er auch. Kurz danach spricht mich ein Radler an: Hanseul Kim, 27 Jahre, aus Korea hat seine italienischen Freundin besucht, die studiert noch, deshalb radelt er alleine in Italien rum in will sich Osteuropa erradeln oder vielleicht sogar "nach Hause" radel noch so ein extremer Radler…

12.05. – heute Mittag war ich noch in Palmanova/ Italien, jetzt zelte ich in Slowenien, etwa 10 km im Land. Heute waren es nur 63 km, wenig Asphaltblasen. Insgesamt 1936 km. Aktuell hat es hier noch 25 Grad, Freitag bis Sonntag soll es regnen laut Wetterbericht- ob der recht hat, sehen wir dann. 

13.05. – Um 10:00 Uhr bin ich bei 20 Grad gestartet auf 440 Hm, jetzt bin ich auf 958 Hm, es hat hier 25 Grad, das waren dann 18 km in 2:50 Std., das reicht. Auf jeden Fall bin ich aus dem Verkehr raus, hatte immer leichten Rückenwind und schöne Waldlandschaft mit Orchideenwiesen. Das entschädigt wieder die Anstrengung.

14.05. – Wenn eine Frau winkst, muss man dann ihr folgen? Die Kindergartentante in Novo Polje hat heute ganz energisch gewinkt, also nichts wie hin.Gestern habe ich in Ljubljana in einem Zimmer übernachtet, zum Glück, denn in der Nacht hat es ordentlich gewittert. Und wenn ich zur Mittagszeit gestern schon ordentlich "geklettert" bin, so war der Scheitelpunkt noch weit und letztlich musste ich auf 1230 Meter hoch. Dafür hatte ich dann eine schöne lange Abfahrt. Streckenlänge gestern war 91 Kilometer.

15.05. – so, wie es bis jetzt aussieht, werde ich heute mit "flüssigem Sonnenschein" fahren, deshalb bleibe ich noch 1 Stunde im Hotel und faulenze. Gestern hatte ich einen sehr entspannten Tag mit sehr schöner Strecke, habe ich nicht schon eine Mail mit der Kindergartentante geschickt? Es ging durch kleinste Orte in ländlicher und gepflegter Umgebung. Überhaupt, Slowenien ist deutlich sauberer als alles, was ich bisher von Italien gesehen habe, Ausnahme Südtirol, das ist wie Slowenien, bzw beide Länder sind sauberer als Deutschland. Auch hier im Hotel (ist Rimske Toplice ein Kurort?) wird gepflegtes Englisch gesprochen, der Gast ist wirklich König und die Preise für die Übernachtung mit 42 € in einem gepflegten 3-Sterne Hotel "undeutsch" niedrig. Also, gestern waren es 88 sehr schöne Kilometer auf schönen Sträßchen macht insgesamt 2.115 Kilometer. Heute bin ich erst kurz vor 11 Uhr abgefahren, da war es von oben trocken. Leicht wellige Strecke fast den ganzen Tag, aber schöne ländliche Gegenden!!! Um die Mittagszeit einige Tropfen, macht nix, Pizza wurde nicht nass, ich aber von innen- mit Pivo und zum Abschluss einen Kaffee (=Espresso). Weiter ging's, und nun fing's richtig an zu regnen. In Buswartehäuschen Regencape- und Hut an/auf und Socken aus bei 12 Grad und weiter: ich hatte mir eine "Abkürzung" ausgesucht entlang eines Baches und einer Bahnlinie. Die Bahn fährt durchs Tunnel, der Bach braucht keine Straßen und ich "darf" mehrfach über steilste Berge, wo bei 16% die Autos schon schnaufen, schiebe ich halt auf dem Fußweg, der sogar die Diretissima nimmt, schnauf! Und das bei Regen! Endlich wieder ein kleines Flußtal, dem ich lange folgen kann. Langsam bzw. zu schnell naht der Abend und die Straßen sind wieder trocken- ohne Regenverkleidung läuft' besser. Dann kommt der Ort Ptuj, ein Wort wie gespuckt nach meinem Gefühl; ein Blick zur Burg hoch, kein Foto, es eilt. Endlich der Ort Gorïsnïca mit Sporthotel – alles belegt!!!??? Ich will/kann nicht weiter, 104 Kilometer sind genug. Der Ober lässt sich erweichen, ich darf im Sauna-Vorraum nächtigen!!! Und jetzt habe ich mir das Steak heute wirklich verdient! Und Ober und neue Bedienung stechen deutsch!. Und  Nebentisch sitzen 5 Deutsche!

16.05. – Noch zu dem Sporthotel: hier der Koch DENIS ( mit einem N), 22 Jahre, der meinen Magen verwöhnt hat, danke nochmal!! Und andererseits PETRA, 29, die erst vor kurzem die Stelle hier angetreten hat – ich wünsche ihr viel Erfolg hier und danke für die Betreuung!!!  Nicht im Bild ist GEORGE, seit 8 Jahren hier; er hat ermöglicht, daß ich trotz Vollbelegung noch ein Plätzchen durch ihn bekommen habe – Danke George!!!! Er meinte, es sollten nur junge Leute auf das Bild also schätze ich ihm mal gnädig auf etwa 138 Jahre…

Rainer fährt weg

 

 

 

 

 

 

 

 

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Rainer Colnago

Rainer Passo Brasa

 

Rainer Spargel

Rainer koreak

 

Rainer palmanova

 

Rainer Frau

 

 

Rainer Gastwirt

 

17.5. Schwierige Prüfungen erwarteten mich heute: das Zelt musste nach hoher Luftfeuchtigkeit (und nur 10 Grad) in der Nacht lange trocken. Geklärt wollte auch sein, wo ich heute hinfahre. FaceTime löste die Herausforderung: ich werde für heute und weitere Tage in Nemesbück erwartet. Warum? Wer ist dort? Achtung, ganz langsam lesen: die Eltern des Schwagers unseres Sohnes Ralf: sie bekundeten, dass sie sich freuen, mich bei sich zu haben – es sind ja nur 43 Kilometer bis dahin. Doch vor dem Ziel waren noch jede Menge Hürden zu überwinden: viel Sonne und Wärme, kein Problem; Gegenwind, lässt sich machen, Berge und viele Aspaltblasen, nicht lustig! anstatt 43 Kilometer sind es am Ende des Tages 67 Kilometer: machte mich sehr müde; keine genaue Adresse und keine Telefon-, SMS- oder Mailverbindung!! Das könnte zur Verzweiflung führen; nicht doch: alle erreichbaren Menschen habe ich ausgequetscht und so mein Ziel gefunden: Irmgard und Gustav, die mich nun mit festen und vielerlei flüssigen Stoffen nun wieder ins rechte Lot brachten (ja, ich konnte noch aufrecht und geradeaus gehen). Es waren die gefühlt härtesten Kilometer der Tour bisher – aber niemand soll den Tag vor dem Abend loben – vor allem nicht nach "nur" 67 Kilometer. Zur Not könnte ich mich ja morgen in dem nahen Kurbad Heviz erholen… Doch da ist ein sehr steiler Berg dazwischen, den ich nicht nochmals, auch ohne Gepäck, fahren möchte- mit jedem gefahrenen Kilometer werde ich bescheidener…
Insgesamt sind es nun 2.390 Kilometer und nur zwei mal "flüssiger Sonnenschein" in einem Monat! Mir geht's gerade gut hier in Nemesbück, bin Herr im Haus, die Besitzer sind heute morgen unterwegs. So bleibt mir die schwierige Aufgabe, das Haus zu hüten, die Blumen und Tomaten zu gießen und dem Gras beim Wachsen zuzusehen und dem österreichischen Radioprogramm zu folgen. Bis Gyönk sind es von hier aus 147 km. Ich weiß noch nicht, ob ich das in zwei Tagen mache oder in einem Tag… Als schwieriger sehe ich, was ich mir heute alles wieder einzuverleiben habe. So, aber nun mal mein braves Radl angeschaut, ob noch alles in Ordnung ist, vielleicht braucht die Kette mal wieder Schmierung…

18.5. konnte ich euch damit zufriedenstellen? Insgesamt sind es nun 2.390 Kilometer und nur zwei mal "flüssiger Sonnenschein" in einem Monat! Mir geht's gerade gut hier in Nemesbück, bin Herr im Haus, die Besitzer sind heute morgen unterwegs. So bleibt mir die schwierige Aufgabe, das Haus zu hüten, die Blumen und Tomaten zu gießen und dem Gras beim Wachsen zuzusehen und dem österreichischen Radioprogramm zu folgen. Bis Gyönk sind es von hier aus 147 km. Ich weiß noch nicht, ob ich das in zwei Tagen mache oder in einem Tag… Als schwieriger sehe ich, was ich mir heute alles wieder einzuverleiben habe. So, aber nun mal mein braves Radl angeschaut, ob noch alles in Ordnung ist, vielleicht braucht die Kette mal wieder Schmierung… 
 

Ich hatte einen sehr schweren Tag und bitte um gefällige Beachtung und entsprechende Anteilnahme!!! 1. ich mußte mich erholen und bin damit nicht fertig geworden! 2. Gottseidank hatte ich Hilfe bei Familie Held  das Fahrrad wieder auf Vordermann zu bringen und genügend feste und flüssige Nahrung zu mir zu nehmen, 3. dann hatte ich die Verpflichtung, mich beim Nachbarn Josef mit Gustav zusammen zu melden und in seinem Weinkeller seinen Wein zu verkosten. Hier gilt die Regel, dass der neue Gast das Glas randvoll geschenkt bekommt, während die "alten" nur ein 3/4 Glas bekommen. Im weiteren wird bei den "alten" das weitere Glas stärker verdünnt als beim neuen. Ich denke, dass ich die Prüfung bestanden habe! Egèszègère!

Morgen fahre ich bis Siòfok, übermorgen bin ich in unsere Partnerstadt Gyönk bei Gyula, dem Bürgermeister.

19.5. – 28 Grad, Sonne satt, fast alle Strecken um den Balaton fast autofrei, manchmal auch schattige Alleen, topfeben, da rollt mein "Lastwagen" spielend leicht dahin. Heute habe ich mir Zeit genommen, habe die Strecke genossen, es waren angenehme 96 Kilometer. Zum Schluss habe ich in Siòfok ein schönes Zimmer gefunden mit einem wunderschönen gepflegten alten Garten. Und morgen Mittag möchte ich in Gyönk sein, es sollen noch 51 Kilometer sein. Bin gespannt, was mich dort erwartet…

Rainer mit 2

Rainer Rad

Rainer Wein

 

Rainer Bier

20.5. So könnte jeder Tag ablaufen: morgens gepflegt im Café frühstücken (es müsste ja nicht schon um 8:00 Uhr sein), dann "ein bisschen" radeln ( 78 km), der Gegenwind kühlt die 29 Grad etwas herunter, anstatt Autoabgase gibt es häufig den Duft blühender Robinien und Holunder, vor Gyönk noch eine Bergprüfung mit 9% (darauf hätte ich gerne verzichtet!), dann der  s e h r  nette Empfang bei Kathi und Konrád, den Werner vermittelt hat (Danke Werner!), was dazu geführt hat, dass ich mich mit den Köstlichkeiten aus Küche und Keller ausgiebigst!!! beschäftigen konnte (hier ein großer Dank an Kathi und Konrád !!!) und eh' ich mich versah, saß auch Gyula Katz, der Bürgermeister von Gyönk, auch am Tisch. Ein erneuter Anstieg zum Haus des Bürgermeisters war nur kurz ( und das mit vollem Magen) und kurz darauf wurden Mund und Magen schon wieder mit leckerem beschäftigt (zum Schluss zwei Kuchensorten, kein Kommentar über die gegessene Stückzahl). Und bevor ich mir die Finger wund tippe kommt das Signal: "let's call it a day" und wenn ich es nicht vergessen hätte, würde ich auf ungarisch "gute Nacht" sagen…

Rainer in Gyönk

Es ist allemal besser, wenn latent vorhandenen Gefahren grundsätzlich vorgebeugt wird. Eine ausgiebige Desinfektion verhindert im Vorhinein einen möglichen, im späteren Verlauf nicht mehr zu verhindernden schweren körperlichen oder gar seelischen Schaden!!! Wir, Gyula und ich, sind uns darüber völlig einig und unterstützen uns gegenseitig- Gyula allerdings erst nach Dienst- wogegen ich mich zusätzlich schützen muss; zum Glück unterstützt mich Gyula dabei… Und seine Frau Judit sorgt sich um mich, dass ich nicht vom Fleisch falle durch feste Nahrung in allerbester Weise. Dieser heutige Donnerstag war wieder mal sehr anstrengend- so ohne Radfahrern, denn es regnet ununterbrochen und es ist sehr kühl.

Morgen erwarten mich ungeahnte und nicht im geringsten absehbare Herausforderungen, das Programm für die Tage bis Pfingstmontag fordert meine volle Konzentation und hohen Einsatz, da sowohl Gyönks wie auch Griesheims um Darmstadts Honorationen hier zur 25jährigen Verschwisterung hier sein werden. Doch darüber mehr nach der Festlichkeit.

 

Im Bild Gyula mit seiner neue erstellten Gala-Frisur, während ich noch mit "meinem alten Zopf" – und das als Friseur! herumlaufe – aber noch ist Zeit bis morgen Abend…

 

21. Mai

Hier sehen wir zuerst Gyula in seinem Büro im Rathaus, er hat soeben die Tourenrolle unterschrieben und mit einem neuen Stempel versehen. Und zur festlichen Sitzung heute Abend ließ ich mich auch verschönern, damit ich unter den Honorationen von Gyönk, Griesheim und Darmstadt nicht unangenehm auffalle…

 

Kommentar von Enno: Scheint gelungen zu sein….

Rainer in Gyönk Gyola

 

 

Rainer wird kurz gemacht

 

22. 5.  das war denn alles heute? Jetzt bin ich zurück aus der Grundschule. Wie denn? Nein, nichts gelernt, nur gegessen und getrunken. Schule halt… Messer rechts, Gabel links, Glas wann und warum heben und ist auch nicht zuviel Luft drin? Von allem gab es reichlich, was ein Schwabenherz natürlich erfreut. Übrigens bin ich auch auf der Website von Gyönk, hat Gyula gestaltet. Und unsere Bürgermeisterin hat mich sogar in ihrer Rede erwähnt, das Klatschen hat mich fast verlegen gemacht …
Also, um 17:00 Uhr sehr festliche Sitzung im Kulturhaus mit vielen guten und auch witzigen Reden. Dann im Haus der deutschen Nationalitäten Minderheitenselbstverwaltung ( so steht es geschrieben im Programm) eine Fotoausstellung, wobei auf die Herkunft der deutschstämmigen Bevölkerung hier und ihre Geschichte um und nach 1945 reflektiert wurde… Und dann der festliche Empfang in der Grundschule um 19:00 Uhr mit der nun kurzen Rede in ungarischer Sprache und deutscher Übersetzung: "Das Buffet ist eröffnet"! Da gab es kein Halten mehr! Was ein Magen alles fassen kann! Na gut, es wurde immer sorgsam "zugedeckt" mit flüssigem. Und die Zeit flog nur so dahin und ich lernte sogar ein paar anständige ungarische Worte. Und so lernte ich wieder mal Sprachgrenzen zu überbrücken durch wenige Worte und Gesten. So und nur so kann die Menschheit zusammenwachsen und wenigstens eine zeitweise Befriedung von Regionen erleben… Nun, vielleicht bin ich morgen weniger melancholisch; oder trauere ich dem ausgesetzten Programmpunkt Weinwanderung jetzt schon nach? Wir werden sehen! Zunächst konnte ich eine Einladung zum Frühstück nicht ausschlagen! Mit wem und wo? Das erfahrt ihr morgen – vielleicht!
 

23. 5.

Ist es nicht eine Zumutung, eine Einladung um 8:30 Uhr in der Früh' auszusprechen- und auch noch zu erwarten, dass jemand das annimmt? Für einen Schwaben kein Problem, sofern man ihm bei strömendem Regen die Tür öffnet und dem erschöpften nach 1 Kilometer Fußmarsch noch den Stuhl rückt. So geschehen heute, danke Susi, der Gastgeberin sowie Peter und Christine!! Obwohl sie (wer ist wohl gemeint???) den gestrigen Tag noch nicht "verdaut" hatte. Weiter, weil das unter uns bleibt, verstanden?!!!

Also, das Frühstück, besonders aber der gute Kaffee, war unbedingt notwendig!!! Plötzlich tauchte Gyula auf! Ich hatte mich ohne abzumelden entfernt!!! Na gut! Im Kulturhaus wurde dann ein aufschlußreicher Vortrag über die Funde aus awarischer Zeit in Gyönk vorgetragen und im Gehirn unter Geschichte gespeichert -Versuche heute haben ergeben, dass die Daten jederzeit abrufbar sind – wenn auffindbar… Mittagessen  Altersheim ( wir durften nach dem Essen die Einrichtung wieder verlassen) und ein Mittagsschlaf erfrischte uns wieder…

Dann kam wirklich die Härte: während sich die Griesheimer Rennradler bei einer der beliebten Ausfahrten erfrischen konnten, wurde von uns in die Diaspora gedrungenen erwartet, wahlweise vier Rotweine oder Weißweine,alternativ natürlich auch beide! zu verkosten -ein hartes Los – das wir schweren Herzens annahmen, in der vergeblichen Hoffnung, dass wir dadurch Absolution in allem erhielten. Doch weit gefehlt: ein gutes Kraut und Knödel und weiterer Wein wollten in die Kehle, besonders der leckere Rosé!!! Mehr oder weniger wurden die Kalorien abgebaut durch Teilnahme an der Unterhaltung, besonders aber durch die Motivation der drei Musiker, die tanzbare Melodien brachten,sodaß sogar "Tanzbären" wie ich in der Gruppe einen Czardas hinlegten. Nun ist aber genug für heute! Denn morgen um 8:30 Uhr ist gemeinsames Frühstück für die Gäste!

Gute Nacht = jo esakat auf ungarisch

Noch ein Schwenk: die Übersetzung von "Guten Abend" auf ungarisch kann mehrdeutig sein oder eine Absichtserklärung an die deutsche Ehefrau/Partnerin: Also, dass keine Missverständnisse entstehen: guten Abend heißt auf ungarisch: "ja er steht" Macht damit, was ihr wollt…

Gut's Nächtle, sodele,  jetzatle… Euer einsamer Roséseseliger Rainer 

Damen ohne Rainer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pfingstsonntag 24.5.'15

Hallo, hattet ihr einen schönen Tag?

Wir auch! Schon um 8:30 waren alle deutschen Gäste zum Frühstück im "Haus der deutschen Nationalitäten Minderheitenselbstverwaltung" eingeladen. Gleich zu Anfang eine äußerst kritische Situation: der Großteil der Gäste weigerte sich, mit dem zu beginnen, womit hier begonnen wird!  Das war eine lebensgefährliche Situation!!! Ich ging dann forsch mit gutem Beispiel voran, fast alle folgten nun und erhoben das mehr oder minder gefüllte Schnapsglas. Uff, das Frühstück konnte nun, nach der gelungenen Einleitung, endlich beginnen! Es ist wunderbar, solche tollen Gastgeber zu haben, die genau das auf dem Buffet darboten, was das Auge UND den Magen sehr erfreut!!! Danke dafür!!! Dazu gab es den begehrenswerten sehr starken Kaffee, den meine Nebensitzerin genauso mag wie ich: pur!!!

Es wurde auch lange politisch gefachsimpelt und Vergleiche gezogen zwischen Hessen und Baden-Württemberg ( ja, die Schwaben sind einfach überall – eine Delegation aus Stuttgart war da, da benötigte ich keinen Dolmetscher…) Anschließend besuchten wir das Museum, das Schätze aus der Einwanderungszeit der Schwaben nach Ungarn bereithielt. Dann war eine kurze Ruhepause vonnöten, es sei uns doch gegönnt, bitte, denn Kultur strengt einfach an…

Nun ging es in den Hof der Grundschule. Etwas irritiert blickte ich auf Langstreckenläufer??? Ja, durch Gyönk führt ein spezieller Marathon mit wechselnden Läufern, die verschiedene Orte in Ungarn anlaufen und so versuchen, ins Guinness-Buch der Rekorde zu kommen. Und eine jugendliche Mannschaft sollte die nächste Gruppe 1 Kilometer weit bis zum Ortsende begleiten. Da bin ich doch genau der richtige, um hier mitzumachen ( ein Kilometer- phhh und bei großer Hitze-phhh!!!). Also, es waren dann doch knapp 3 Kilometer, nach 2 km wurde es für mich schwierig ( ich ließ aber doch 2 oder 3 "stehen"), bis ich die letzten 300 Meter zu gehen hatte – und Krämpfe hatte. Zum Glück holte uns ein Auto ab. Die ersten 30 Minuten waren nun sehr schwierig, nach 120 Minuten hatte ich mich zu 95% erholt!

Nun konnte ich mich dem Programm widmen: 1. Essen und trinken (anfangs nur Wasser- aber dann!) 2. und ff – was für Aug' und Ohr: verschiedene Tanz- und Musikgruppen boten so allerhand von  A bis Z. Dazwischen wurde ein Kochwettbewerb "Rehgulasch" durchgeführt, den Kathi Lerch gewann!!! Bravo Kathi!!! Und die Lilien haben auch gewonnen und steigen nun auf!!! Toll, nicht wahr! Nun kam der anstrengende Teil, aber ihr wisst schon was – und dass wir alle eine unglaubliche Kondition und den Willen haben, alle Flüssigkeiten zu vernichten, bevor sie uns schaden könnten… Darüber wurde es dunkel und nun muß ich zu mir selbst finden – wo bin ich denn nur- alles war doch vorher sonnenklar – nun hat der Mond einen Hof (ist aber wahr! Lieber solls von innen regnen…) Morgen geht's zur Kranzniederlegung und zur Kirche mit einem festlichen Gottesdienst – und dann "zieht die Karawane weiter" – Wilkau-Haßlau ruft, dabei "bin ich hier eigentlich noch nicht fertig"

Rainer Gruppe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rainer Tanzgruppe

25.05. Heute Abreise aus Gyönk!

Deshalb noch ein Bild von gestern, denn heute war es feierlich. Zuerst Kranzniederlegung vor dem Gymnasium, Gedenken an die Vertreibung von mehreren hundert Menschen nach dem Kriege. Wenn alle verrückten Machthaber sofort in der Klapsmühle landen würden, könnten wir uns schöneren Dingen widmen…und alle wären glücklicher…

es folgte ein Gottesdienst, wobei der Pfarrer auch z. T. Deutsch redete. Dann vorgezogenes Mittagessen um 11:00 Uhr, das war mir gerade recht, es hatte aufgehört zu regnen und ich wollte heute noch in Siòfok ankommen. Lange Abschiedszeremonien sind obligatorisch, ist halt so, genießen, nicht eilen! Und dann los, um 13:00 Uhr. In der ersten halben Stunde keine 4 Kilometer geschafft, auf dem Weg lagen: das Haus von Kathi und Konrád, die mir ebenso ans Herz gewachsen sind wie die weiter oben wohnende Susi mit ihren Gästen Christine und Peter, die mir je ein Täfelchen Schokolade (Hmm) überreichten, eine schöne Geste.

Nun los! Mit Schwung bergab! Abzweig Regöly, ruhig, später schöner Radweg, am Ende entlang der Gleise, da noch unfertig, immer Gegenwind, nicht lustig! Ein paar Asphaltblasen, der Wind schwächt ab, ich schwächle aber nicht. Ortseingang Siòfok: was gucken die so? Ach so, das Ehepaar hab ich vor ein paar Tagen bei der Herfahrt auch beschwatzt, das ist aber nett!! Wie klein die Welt doch ist!! "Alte" Pension wieder genommenen, ebenso Gaststätte wegen gutem Essen und WIFI, jetzt suche ich mir einen Nachtisch aus!

Vislad! Kurz für auf Wiedersehen!

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26.05.

Heute Siòfok- Sümeg 85 km

Hallo, heute hatte ich fast alles, was ein Radler NICHT braucht: 15-17 Grad, von tiefgrauen Wolken bis zu leichtem Regen, zwischendurch kurz mal sonnig, dauernd Gegenwind, der sich teils zu mittlerem Sturm Auswuchs, da waren manchmal auf leichtem Gefälle nur 8-12 /h drin. Nun das positive: Radweg am Balaton entlang meist autofrei, teils schöne Ausblicke, Fähre von Siòfok nach Tihany ohne Wartezeit, schöne Fahrt durch Weinberge (ohne "Besichtigung " der Weinkeller, sehr schöne Strecke 12 km durch einen Wald von Tapolca nach Sümeg, dabei wieder viele blühende Orchideen gesehen, kleine aber gemütliche Pension gefunden- einfach eine einheimische gefragt. Leider ohne WIFI, mal sehen, dann noch ein Wirtschaftsbesuch, vielleicht kann ich dort WIFI haben.

Rainer Burg

27.05.

Wer hat den (Gegen) Wind (zu-) gelassen???

Also das ist allerhand: gestern schon windig genug und immer die Besorgnis, dass es dann richtig regnet. Heute morgen blauer Himmel, da habe ich mich schon gefreut.

Vorsichtshalber hatte ich mich wärmer angezogen. Nochmal ein sonnenbeleuchtetes Foto von der Burg in Sümeg, dabei hat mich der Wind fast umgeblasen, obwohl ich auf Böen gefaßt war. Zuerst ging es bergab, mit kräftigem Tritt überwand ich den Wind. Doch auf der schönen Straße, die bis auf winzige Asphaltblasen bis Sopron völlig flach war, konnte sich der Wind an dem einzigen Radler auf ganzen 104 Kilometern total austoben. Die Temperaturen (meist 14, ganz kurz bis zu 18 Grad) taten ein Übriges, dass ich mich wie an der Nordsee oder manchmal wegen der Windstärke (=>80 km/h) wie in Patagonien fühlte.

Auch glaubte ich nicht, dass ich Sopron erreichen würde- was mir dann doch nach 7:30 Std doch gelang. Auf den dritten Versuch fand ich eine gemütliche Pension, Besitzerin ist eine Frau Ringhofer, da merkt man die Nähe zu Österreich. Bei einem Spaziergang durch die Stadt zwecks Motivsuche (siehe Rathaus und ein Turm daneben) bin ich fast vereist und weggeblasen worden… Naja, in den Folgetagen soll's wärmer werden, für morgen ist "mein Freund Wind" mit 14 km/h aus Nord prognostiziert (wieder meine Richtung) Als Titel hätte ich auch nehmen können: ich brauche weder Navi noch Landkarte noch Streckenplan: dort, wo der stärkste Wind herkommt, dort muss ich fahren, so bin ich immer auf dem richtigen Weg…

 

Rainer sopron

28. 5.. – heute ist Ausdauer gefragt beim lesen!

Eigentlich wollte ich anders beginnen: (Die Tür… sind vor Wien!) Nein: Rainer ist vor Wien, in dem netten Ort Vösendorf, wo die netten EuropaRadler herkommen, die mit Roßdorf verschwistert sind! Auch wurde nicht gerufen: "Erbarme, en Hess' wird komme". Aber nun endlich mal der Reihe nach:

Frau Ringhofer, 77, die die Pension in Sopron hat, berichtete heute morgen noch viel von ihrem Leben, ihrer Vertreibung (als sie 6 war) mit den Eltern und spätere Rückkehr in ihre Heimat-eine zu lange traurige Geschichte… So kam ich dann später weg als gedacht und ging zum Frühstücken in ein Café. Daran könnte ich mich gewöhnen, aber nur bei den dortigen Preisen. Dann hatte ich immer noch zuviel ungarisches Geld. Ja, eine sehr große Schale mit Erdbeeren, das passt schon! Die esse ich aber später. Raus aus Sopron, es ist sonnig, aber noch ein bisschen frisch. Auf immer schmäleren Sträßchen radle ich Richtung Grenze. Ein ganzes Rudel Radler überholt mich – einen Teil davon überhole ich an der nächsten Asphaltblase wieder. In der Ferne plötzlich das österreichische Grenzschild, aber keine Grenzer! Ich bin am Pan Eurpean Picnic Platz angekommen! Dort sind die Menschen aus dem deutschen Osten nach Österreich durchgedrungen, das war der Anfang vom Ende von mehreren Regimes… Ein Gedenkpark dort zeigt beeindruckend, was damals alles geschah. Nun, dann machte ich Picnic mit meinen Erdbeeren, alleine, ursprünglich wollte ich diese mit den anderen Radlern teilen, doch die waren weit weg mit Fotos und Handys beschäftigt. Weiter ging es, auf einem Radweg, der dem ehemaligen eisernen Vorhang folgt, nach Österreich hinein – einfach so, ohne Grenzer!!! Nun merkte ich auch schnell, dass ich nun wirklich im wohlhabenden Westen bin…über kleine Dörfer ging es nun bei 20 Grad und Sonnenschein Richtung Wien. Am Vorabend erhielt ich auf EILT-Anfrage von Bernd Schäfer gegen Mitternacht (unsere übliche Korrespondenzzeit) Bescheid, dass ich vielleicht jemand von EuropaRad treffen könnte. Und am Ende des letzten Ortes vor meinem Ziel klingelte mein Telefon: Hans wird mit mir zu Abend essen, wir treffen uns beim Heurigen…

Da stimmt doch was nicht, ich bin zum Treffpunkt zu spät abgebogen, marsch zurück!!! Unglaublich, was jetzt geschah: ein anderer EuropaRadler, Meinhard (dessen Mail mich nicht erreichen konnte, da ich auf der ganzen Strecke kein WIFI hatte) fährt mit Auto vorbei, er erkennt mich. Es geht auch ohne moderne Technik!!! Er, ehemaliger Bürgermeister von Vösendorf, hat bereits ein Treffen mit der jetzigen Bürgermeisterin organisiert und ich bekomme auch einen Bürgermeisterinnen-Stempel auf meine Tourenrolle und ein gemeinsames Foto, von links: der clevere Sport-Organisator; Hans von EuropaRad; den rasier ich täglich; Frau Bürgermeisterin Andrea Stipkovits; Meinhard Kronister, ehemaliger Bürgermeister; Sissy und Thomas ( Frau und Sohn von Hans). Uff, dann ging ich endlich mit Hans, Sissy und Thomas essen beim Heurigen; doch davor hat Meinhard noch für die Verlängerung der Tourenrolle gesorgt, wie er mich auch bestens in der Pension Claudia untergebracht hat. Danke für alles! Es war ein schönes unerwartetes und kurzfristig wunderbar organisiertes Treffen!! Morgen wird der Bericht vielleicht kürzer, da ich am 3.6. 15:00 Uhr im Rathaus von Wilkau-Haßlau sein möchte und das sind ja nur noch? Tage aber 640 Kilometer…Gruß Rainer 

Rainer in Vösendorf

29. 5   Hallo alle zusammen, kennt ihr den Ort "Krummnußbaum"? Der heißt wirklich so – ich bin leider nüchtern. Gleich danach kommt Ybbs; ja, glaubt's mir! Und in dem Krummnußbaum gibt's das Gasthaus Schiffmeister, wo man für 20 € gepflegt schlafen kann (aber ein Sanitärraum für alle – nein, mir hat nicht die Köchin den Rücken gewaschen). Wie kam es dazu?

Wenn ihr schlaft, dann maile ich und schreibe auch noch Tagebuch- nein, bitte kein Mitleid, ich habe es so gewollt und ich mach' das gerne!

Aufstehen heute: zu früh, vor 7:00! Nicht mein Ding, aber mit ordentlich Kaffee geht's schon. Um 8:00 Uhr Abfahrt bei Sonne, ein bisschen frisch ist's noch, so werde ich leichter wach. Dann durch den Moloch Wien. Geht besser als durch eine deutsche Stadt, die Wiener/Österreicher sind lang nicht so aggressiv wie die deutschen! 2 1/2 Stunden später bin ich nach fast 30 Kilometern endlich auf dem Donauradweg. Und nun geht die Post ab: ich flitze an allen vorbei, der leichte Rückenwind hilft dabei, nur einer fährt mir davon: der hatte ein E-Bike, das mehr als 25 /h fährt – und manche mit Rennrädern hole ich immer wieder ein – da freue ich mich selbst! Ja, wenn die Strecke topfeben ist, da gibt's kein halten – außer zu einem ausgiebigen Mittagessen in der Hütte vom Alpenverein. Dann weiter, nun überholt mich ein "älterer" Rennradler, muss aber auf seine Frau warten, die fahren ein Tempo, das passen könnte,  um 25 rum. Ich darf mich auf Nachfrage "anhängen" sagt das Paar aus Idaho! An ihrem Endpunkt Krems, von wo sie mit dem Zug nach Wien zurückfahren, kommen wir doch  noch eine Weile ins Gespräch…

Soll ich in dem vermutlich teuren Melk übernachten? Ybbs ist mir dann doch zu weit. Diese Frage klärt eine etwa 55jährige einheimische Rennradlerin, als ich sie nach einer Unterkunft frage. Sie wüsste da was, ich verstehe kaum, was sie sagt -wird schon recht sein. So fahre ich halt mit und manchmal muss ich nun schon kämpfen, um der extra langsam Fahrenden zu folgen, zum Glück ist alles eben. Dann noch einen freilaufenden Hund angebrüllt, der mir in den Weg lief und dann schnell zur Seite, aus dem anderen Mundwinkel den jugendlichen Hundehalter zusammengestaucht- es ist auch ärgerlich, der hat uns schon von der Ferne gesehen und nichts gemacht! Zum Schluss erst eine Rampe hoch und auf der anderen Seite runter- und schon waren wir vor der Gaststätte Schiffmeister in Krummnußbaum. Da war die Frau wohlbekannt, des Rätsels Lösung. Und wenn ihr jetzt das Bild anschaut und Hunger bekommt, seid ihr selbst schuld. Ach ja, mit Männern spreche ich übrigens auch – aber da ich schüchtern bin, erst wenn ich angesprochen werde. Martin, 50 Jahre, setzt sich erst an den Nebentisch und dann bitte ich ihn rüber –  im Biergarten vom Schiffmeister – und schnell wird klar, er ist mit Rennrad unterwegs von Salzburg nach Wien. Dort trifft er auf seine Frau und ihre drei Töchter, die Fußballfans sind und sie schauen sich dort ein Spiel an und anderes. Was ich nicht alles erfahre…

Nun denn, dann mal gute Nacht, bin gespannt, was morgen auf mich zukommt, bei dem prognostizierten (bitte das Wort mit zunehmendem Alkoholkonsum- das auch! immer wieder üben!) guten Wetter…Gruß Rainer

Halt! Es waren 158 Kilometer, Schnitt 18,31 km/h (wichtig sind auch die Hinterkommastellen, bitte auch dieses Wort nach einzelnen "Spülgängen" üben…) und im gesamten sind es jetzt 3.056 km!

Rainers Abendbrot

30. 5. Heute sind alle gegen mich   …gefahren, denn den Donauradweg wir zumindest in dem heutigen "Teilstück" nur in Fließrichtung geradelt. Da ich doch etwas müde bin, möchte ich mein Bedauern aussprechen, dass zu meiner vollsten Zufriedenheit 2,81 Kilometer fehlen. Und dafür bin ich von heute Morgen 8:50 bis in die Nacht – 22:30 Uhr geradelt! Zumindest habe ich das von mir gesetzte Ziel erreicht! Bitte alles hinsetzen, Baldrian bereithalten oder gleich Beruhigungsmittel einnehmen: 
Also, es waren:
197,19 Kilometer
11:21 Std
17,37 Durchschnittsgeschwindigkeit
3.253 Kilometer insgesamt

So, jetzt brauche ich meine wohlverdiente Ruhe!

Rainer ist in Passau

 

Wie hält der Kerl das aus? 

31.05. Nichts ist langweiliger als eine Nachricht von gestern…Aber da müsst' ihr durch! Also: Abfahrt in KRUMMnußbaum Ankunft GERADE noch "in letzter Minute" in xxsxxx. Das ist Absicht! Nach gutem Frühstück ist Martin, der Rennradler weiter nach Salzburg und ich entgegengesetzt. Zuerst aber noch mit Hausgästen geschwatzt, meine Verzögerungstaktik, wenn ich nicht weiß, ob ich das wirklich machen soll, was mir vorschwebt…Ich hatte natürlich den ganzen Tag Gegenwind, ab 13:00 Uhr wie immer etwas zunehmend (und ich verfluchte den Wind nicht nur einmal- aber es half nichts, er "begleitete" mich. Nach Ybbs war es auf der rechten Flussseite richtig schön und fast romantisch: Burgen und Burgruinen, kleine Orte und die Autos auf der anderen Flussseite, ich alleine flussaufwärts. Kleine Mittagsrast mit 2 Portionieren Leberkäse stärkte mich. Dann komme ich durch Linz – fast Halbzeit, denke ich so bei mir. Obwohl ich hinterher Linz den 100sten Tageskilometer drauf habe- und die verkehrsreiche B 127 neben mir habe – falsche Donauseite. Dann wieder mal die Seite gewechselt, zum einkaufen. Will Auto aus Parkplatz lassen, Fahrerin schreit: machn's daß zum Spar-Markt kimman, der macht glei zua! 4 Minuten vor 18:00 kaufe ich "auf Verdacht" ein, das hat mir mein Bauchgefühl "befohlen". So fahre ich Essen spazieren- über 70 Kilometer! Aber durch die Schlögener Schlinge zu fahren ist landschaftlich sehr schön, doch danach sollte die Seite gewechselt werden, sonst wird es zu wellig und ich schaue neidisch auf die ebene Gegenseite, wo auch niemand mehr fährt, es dämmert. Aber ich habe nur noch mein Ziel im Auge. Im Dunkeln rausche ich dahin, das Handy rappelt: ich bin, obwohl noch in A, schon im Telekom D Bereich! Doch es dauert( noch viele Aspaltblasen warten auf mich, es ist stockdunkel auf dem Radweg in die Stadt, finde mich Dank Navi gut zurecht und um 22:30 Uhr ins Rotel Inn in PASSAU!!!

Das war bisher meine längste Strecke mit meinem BikeFriday:

197,19 Kilometer !

Das war's noch mal zum Samstag!

 

31.05.

Ich mache keinen Bogen um Bogen!

Heute habe ich es gemütlich angehen lassen. Erst um 10 Uhr bin ich weg und langsam gefahren. Nur an Asphaltblasen merkte ich den gestrigen Tag- zum Glück! Nach kurzem fand ich von der Bundesstraße auf die schönere linke Donauseite, die ich mit einer Gierfähre querte. Vilshofen war auf der anderen Flußseite, hier tagen immer die "Bayernkönige". Bezeichnenderweise ist auf der hiesigen Flußseite das Hofgut "Hirnschnell". In Deggendorf habe ich mir bei einem Eiskaffee überlegt, wie weit ich heute eigentlich noch will. Verordnet hatte ich mir heute einen Bummeltag. Also bis Bogen und dort fragen, welche Route empfehlenswert ist. Dort habe ich auf Anhieb eine günstige Pension gefunden. Was war heute anders als die Tage zuvor? Es war morgens schon wärmer und tagsüber erst recht – und – oh Wunder – der Wind hat mich hin und wieder geschoben! Da habe ich mich gleich besser gefühlt! Das war nun einmal ein Tag ohne große Ereignisse. Und die Kilometerleistung lässt sich trotzdem sehen: 88 km sind nach dem gestrigen Tag doch auch nicht ohne – ich bin zufrieden und freue mich auf den morgigen Tag. Das wünsche ich euch auch!

Bogen

1.6. Hallo, das hört sich vielleicht etwas unlogisch an, doch ich bin trotz allem nicht vom Regen in die Traufe gekommen. Heute Morgen bin ich bei schönem warmem Wetter losgeradelt. Die mir empfohlene Radwanderstrecke, eine umgewandelte Bahntrasse war mir etwas suspekt, sie ging mir zu weit nach Osten. So fuhr ich kurzerhand die drei Kilometer zurück und nahm die gerade verlaufende Straße. Sofort wurde ich mit einem starken Anstieg belohnt…Danke, das wäre nicht nötig gewesen! Auf jeden Fall war die Straße frisch geteert und die Aussicht auf die kleinen Orte tief unten schön. Weniger schön war, dass ich nun eine Bergprüfung nach der anderen zu bestehen hatte- auf 10 km Länge, wozu ich eine Stunde benötigte. Vielleicht hüte ich mich künftig vor Abkürzungen, wer weiß!? Nun, ich habe die Strecke dann wiedergefunden, sie heißt "Donau-Regen Radweg" und ist zur Hälfte, also etwa 20 km, ansteigend und dann abfallend und in sehr schöner Landschaft. Am Ende, in Miltach, gönnte ich mir einen großen Teller Spaghetti und fuhr weiter nach Cham- am Regen entlang. Hier gab es mal zwei kurze und starke Steigungen, die Gelegenheit eines Vaters mit seinem Sohn, mich abzuhängen, bergab rollte mein Rad ohne zutun meinerseits an denen vorbei. Das wollten die nicht zweimal auf sich sitzen lassen- mußten sie aber, denn in der Ebene lief es heute sehr gut, zumeist hatte ich Rückenwind. Die weißen Wolken bekamen harte Konturen, türmten sich auf: alles klar- auch der Fluss Regen wird Wasser abbekommen, ich  will aber nicht schon zur Kaffeezeit duschen mit ungewisser Stärke und Dauer. Entschluss gefasst: von Cham bis Hof mit Zug! Höre ich da jemand Feigling rufen? Egal! Kaum im Zug, schüttet es wie aus Kübeln, da bin ich gerne ein Feigling! Der Zug muss wegen Gleisarbeiten und Unwetterwarnung langsam fahren, so verpasse ich bestimmt den Anschluss Zug?! Ja, der läuft im Gegengleis auch 20 Minuten später ein- Glück gehabt. In Hof auf dem Bahnhof ist es kalt, nur 15 anstatt wie in Cham 25 Grad. Warum bin ich nach Hof gefahren? Weil ich nun mit weniger Anstrengung nach Wilkau-Haßlau komme und weil für mich dort, in Hof, ein Bett steht. Wie das? Ich bin doch im ADFC-Dachgeberverband und brauche nur einen der Dachgeber (ich bin natürlich selbst einer) anzurufen. Der zweite Anruf klappte, Stephan erwartet mich. Schnell noch die Regenjacke an, denn es ist nicht nur kalt, jetzt regnet es hier weiter. Damit ich nicht friere, ist auf der Strecke eine 2 km lange starke Steigung. Jetzt hätte ich gerne ein E-Bike gehabt. Aber alles hat sein Ende und am Ende der Steigung winkt Stephan. Alles Gepäck zusammen bis unters Dach  vierten Stock. Das reicht jetzt! Mit Essen und quatschen über unsere Radreisen vergeht der Abend. Stephan ist Osteuropa-Fan und lernt sogar tschechisch zur Zeit und war schon in vielen osteuropäischen Ländern-schon zu Zeiten des Eisernen Vorhangs. Respekt, Stephan! Nun muss es für heute genug sein, in fünf Minuten ist morgen! Und im Traum fällt mir vielleicht ein, wie ich morgen weiter komme. Noch was: Stephans Schwester- nein, der Name wird nicht verraten- arbeitet und wohnt in? richtig: in Griesheim! So klein ist die Welt! Bis morgäähn!! Rainer 

Rainer am Regen

… die Rhone, die Saône? und den größten, den Bordeaux etklärte allen ernstes François aus unserer Partnerstadt Bar-le-Duc, Dem möchte ich entgegenhalten, dass es in Sachsen durchaus nicht unüblich ist, untenstehendes Gewächs in flüssiger Form zu erhalten und zu genießen – da hilft kein Arzt oder Apotheker… Für evtl. Felerhftes Deuchts bitte ich um Nachsicht, aber die Flasche ist nun leer und kann keinen weiteren Schaden anrichten, dafür haben wir, die Dachgeberin vom ADFC hier und ich gemeinsam alle Anstrengungen unternommen…

Eigentlich begann der Tag- hallo erstmal an alle!

ganz normal mit gemeinsamem Frühstück bei Stephan. Ich fuhr dann später los und aus Hof hinaus (Slogan: "In Bayer ganz oben" – sind dort nicht Franken?). Nach erklimmen der richtigen Straße ging es anfangs auf einem Radweg, später auf der kaum befahrenen B 173 Richtung Plauen, bis ich kurz vor diesem Ort einen abenteuerlichen, schmalen, steinigen, eigentlich nur MTB-geeigneten Radweg nahm, der mich dann "an's Ende der Welt" führte. Dort würde ich von einem netten Herrn, der möglicherweise überall Haare hatte, nur nicht auf dem Kopf, des rechten Weges gewiesen mit dem Zusatz, dass es sich gehört, in Plauen bestimmte Museen zu besuchen oder wenigstens im Café Trömel dem Laster des Sahnetorteessens ( noch so ein Wort zum Promilletest, kommt bestimmt weich wie Sahne rüber) zu fröhnen. Dieses zweite Angebot nahm ich an, vergaß darüber fast die schöne Fahrt hierher und das schöne Plauen. Erst wollte ich hier nächtigen, doch eine innere Stimme meinte, dass 30 km bis zur Cafézeit zu wenig seien; so rief ich eine ADFC-Gastgeberin im Raum Werdau an. Unverzeihlicher Weise freute sie sich auf mein Kommen! So war ich gezwungen, weitere 43 Kilometer zu radeln, ein hartes Los – dazuhin gab es ernste Differenzen zwischen mir und meinem Navi, das natürlich das Navi gewann: einige steile Berge waren zu erklimmen – besonders die Steigung nach Obermylau und die letzen Meter zum Haus hinauf werden mir noch lange Alpträume bescheren … Dagegen war das leckere Abendbrot und die nette Unterhaltung sehr erbauend. Und dann war das Wasser alle, doch K. 62, wußte eine Lösung: siehe unten. Da wir nach einem Fingerbreit dieser Köstlichkeit uns gegenseitig noch die Fahrtauglichkeit zusprachen, wurde der Ortsteil und der eigene Wald abgefahren und auf die Strecke nach Wilkau-Haßlau hingewiesen. Und nun ist Schluss für heute! Es war ein schöner Tag, viel Wind aus der richtigen Richtung und verkehrsarme Straßen. Also schöne 73 Kilometer.

Bis morgen dann, im Rathaus!  Gruß Rainer

MT von Rainer

Boxbrunn und die Folgen….

Die Amsel vor dem Fenster hat mich aufgeweckt, es ist 4:00 Uhr. Ich weiß nicht, wann das Update weiter geht, das wissen nur die, die jetzt in Boxbrunn möglicherweise im tiefsten Schlaf sind und garantiert nicht von mir träumen…. Am 3.6. erreichte mich die entsetzliche Nachricht, dass "die", nämlich Werner und Enno, die meine Berichte updaten, wie jedes Jahr ein paar Tage im Odenwald im besagten Boxbrunn die Gegend mit ihrem MTB verunsichern … Und dann natürlich nicht in der Lage sind, von der Ferne auf ihren Desktop zuzugreifen. Geschockt lese ich:

"Ich hoffe du bist damit einverstanden. Wenn nicht, dann halt nicht…… Geht abba nicht annersder…"

Also, nicht jammern, schreiben!

 

Donnerstag, 4.6.

Dumme Sache, kann bei einem Geburtstag nicht dabei sein, der mir sehr wichtig ist; so telefoniere ich halt gleich nach dem aufstehen.

Ach ja, richtig, Stefan wollte heute mir den Ort näher bringen. Zuerst geht's in die Lutherkirche, die außen wie innen sehr schön ist. Leider gibt's heute keine Bilder zu meinem Geschwafel. Wir steigen bis in den Glockenturm hinauf und Stefan weiß viel zu erzählen über die Kirche und was er in seiner Jugendzeit dort erlebt hat: die Orgel hat auch einen Blasebalg, der hin und wieder von jugendlichen bedient werden mußte, die dann den Organisten ärgerten und  zu langsam pumpten…

An der sehr gut gelungenen Hängebrücke, die Wilkau und Haßlau verbindet und nur für Fußgänger und Radfahrer ist, fahren wir vorbei zur "Autobrücke"; dort erfahre ich, was in den letzten Kriegstagen dort geschehen ist und wie etwa 100 Frauen die Sprengung verhindert haben. Weiter geht's zu einem interessanten Industriegebiet, wo auch Autos für bedeutende Personen gepanzert werden… Und spinnen tun die Leute hier schon immer, jetzt sind sie mit einer speziellen Art auf dem Weltmarkt. Und Kohle haben die!!! Ja, wirklich! Hier wurde bis in die 70er Jahre Steinkohle abgebaut, Zechen waren hier und am Fluss "Mulde" tritt die Kohle noch offen zu Tage. Doch anstelle von Zechen trifft man nun auf Einkaufszentren und Felder. Doch alles hat seinen Preis: so sei z. B. eine Kirche 10 Meter abgesackt (und steht heute noch). Wir fahren auf einem schönen Radweg Richtung Zwickau. Dabei fällt mir die schöne alte gedeckte Holzbrücke auf, über die auch ehemals eine Wasserleitung aus Holz ging. Die Mathäuskirche in Bockwa hat ein Türmchen am anderen, ein Zeichen, dass es reiche Spender dort gab. Die restaurierte Paradiesbrücke ist eine Augenweide, ebenso das Schloss Ortenstein, nun ein Alterssitz für Gutsituierte.

Robert Schumann ist hier geboren, wie ein Denkmal zeigt und ein großer Park mit See ist mitten in der Stadt! Und dann noch ein Kuriosum: nahe bei Wilkau wurden etwa ein Jahrzehnt Südfrüchte in Gewächshäusern geerntet! Wie das? Die Steinkohle brannte unterirdisch und hat den Boden erwärmt- ein findiger Gärtner wußte dies zu nutzen….

 

Der nächste Tag, Freitag, 5. Juni

Heidrun vom Presse-und Informationsdienst des Rathauses notierte sich alles über meine Touren und natürlich auch speziell über die jetzige. Aber vorher erstmal Geschenketausch: Pralinen gegen zwei selbstgemachte Marmeladen; das war für beide eine schöne Überraschung.

Dann kam wieder Stefan ins Spiel, der nebenbei noch Hilfestellung für eine Anverwandte gibt, der ein Motorboot! ins Auto gerauscht ist! Es hatte sich vom Hänger gelöst…

Also, heute ist es eindeutig zu warm zum radeln wie gestern (23 km), wir fahren mit Auto die steilsten Berge hoch, sind in allerschönster Waldlandschaft! Wir blicken von der Straße auf die riesige Trinkwassertalsperre "Eibenstock", die völlig von Wald umgeben ist. Die kurvige Strecke ist natürlich auch ein Bikerparadies mit Treffpunkt an einer Gaststätte, die speziell auf Biker abfährt, doch heute sind nur ein paar "Brave" da, ein "Wilder" mit aufgemotzter Maschine donnert herein, als wir weiterfahren, um die Staumauer von unten zu besichtigen. Weiter geht's zum Kuhberg, wo es keine Kühe aber einen Aussichtsturm gibt, der dringend erhöht werden müsste, da die inzwischen hochgewachsenen Tannen die Sicht auf die schöne Landschaft versperren. Zum Glück konnte uns das Essen in der Gaststätte daneben vollstens befriedigen… Steil fing's wieder hinab, an einer Weihnachtsmarkt-Handlung vorbei nach Rothenkirchen. Rothenkirchen? Da war doch was! Die Firma Wella hat dort ihren Ursprung! Klar, steht jetz Procter & Gamble dran, Werksbesichtigung nicht möglich, doch wird nach meinem Namen und meinem Vorgesetzten gefragt. Darf sogar auf Anfrage Eingang trotz Fotografierverbot ablichten, die ehemalige Eigentümervilla ist jedoch durch Bäume verdeckt. Den Rest des Tages behalte ich für mich. Danke, Stefan, für gestern und heute! Ich habe so viel gesehen und dazu sachkundige Erläuterungen gehört, und Hintergründe über Baulichkeiten und Gegebenheiten, dass ich mir wünsche, mein Hirn gelegentliche gegen ein aufnahmefähigeres auszutauschen! Inzwischen ist es hier 6:00 Uhr am Sonntag und es gewittert von der Ferne.

 

Samstag, 6. Juni

Heute werde ich mich um mich selbst kümmern, Stefan ist bei einem Geburtstag. Da ich schon groß bin, darf ich auch mal alleine was machen, doch es ist knallheiß schon morgens. Keine bessere Idee, als zur Landesgartenschau in Oelznitz im Erzgebirge zu radeln? Nein? Selbst schuld, wenn es nun bergauf und bergab geht, na ja, die Landschaft und die kleinen Orte sind schön, die Straßen häufig gut, doch die Ausstellung hatte gerade "Pause", der Zeitpunkt lag zwischen Abblühen und die Neuanpflanzung war  Aufbau. Aber auch so war es nett, weil ich wenigstens ein paar Orchideen und Sukkulenten sah. Für meine Lungen tat ich was am Gradierwerk. Und ich erfuhr, dass möglicherweise durch die Gartenanlage einmal der Äquator ging – zur Zeit des globalen Superkontinentes Pangea vor 310 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit lag das Gebiet der heutigen Stadt Oelznitz/Erzgebirge im Bereich eines äquatorialen Gebirgszuges. Trotz dieser hochwissenschaftlichen Bedeutung wollte ich schnell nach "Hause", Gewitter waren angesagt (die dann nicht kamen). Insgesamt waren es 42 km in brütender Hitze. Schnell unter die Dusche, gegessen und später Juventus gegen Barcelona geguckt- 1:3! Später singt draußen eine Gruppe das Deutschlandlied laut und ordentlich – warum? wieso? Egal, der Morgen graut im wahrsten Sinne, es donnert und regnet um 6:30 am Sonntag – da leg' ich mich jetzt mal um …

Rainer Steinkohle
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bevor ich zum RaThaus gehe, muß ich zuerst zum RaDhaus …… und den Grund hierzu seht ihr auf dem ersten Bild.

Heute begrüße ich euch aus unserer Partnerstadt Wilkau-Haßlau! Der Weg heute hierher war sehr kurz, nur 24 Kilometer; das größte Stück des Weges stand ich trotzdem "unter Strom". Vor dem Frühstück wollte ich noch eine wichtige Arbeit erledigen: das nachstellen meiner Scheiben-Bremsbeläge, die äußerst wirkungsvoll sind. So drehte ich an den Rädchen, die sich wie immer gut justieren ließen. Dann die Probe: keine Verbesserung am Hinterrad!?

Rainers BremseRainer im RadhausRainer mit Dame

8. 6. – Woerschtlema ond Schlabbebier

Obiger Versuch, fränkisch zu schreiben, war eine große Herausforderung- und ich weiß nicht, ob dies einigermaßen gelungen ist. Vielleicht werden sich Vera und Wolfgang in Hof verzweifelt die Haare raufen ob meiner Schreibweise. Bei denen bin ich heute zum übernachten, aber vorher sind essen, trinken- wie ihr seht- und schwätzen, also reden, dran. 

Doch wie kam ich dort hin? Die sind doch 89 Kilometer von Wilkau-Haßlau entfernt? Ich bin geschwommen!!! Nein, ganz so schlimm war es nicht! Ich hatte mich in "Wi-Ha" von Stefan verabschiedet, der mich die ganze Zeit betreut hatte  – nochmals danke für die vielen Geschichten und Informationen und Anekdoten, das war wirklich prima! Und im Rathaus habe ich auch nochmal mit Heidrun sprechen können: Danke für die gute Organisation und auch einen Gruß an Bürgermeister Herrn Feustel!
Bei bedecktem, etwas kühlem Wetter fuhr ich los mit den Worten von Stefan im Ohr, der bemerkte, dass das Gras – er wollte "Tautreten" – trocken gewesen sei; hier war mir vollends klar: es wird heute regnen. Streckenmäßig lief alles sehr gut, vielfach fuhr ich durch kleinste idyllische Orte, das war sehr schön. Die wenigen Steigungen ließen sich trotz meiner Zuladung gut fahren, auch einige Gefällestrecken waren darunter. Und just bei so einer Schußfahrt bekomme ich was auf's Auge, erst einen, dann viele – Regentropfen!!! Erst den Berg runter! Bin schon pitschnass!! Ein Wartehäuschen! Rundum zu mit kleinem Eingang!! Toll! Umziehen, Essen – und draußen gießt es in Strömen! Nach einer halben Stunde etwa tröpfelte es nur noch, in Regenkleidung und warm eingepackt ging es weiter, und dass die Socken nicht nass wurden, fuhr ich nun barfuß- bei 14 Grad. Nach 2 Stunden Regen hellte es sich auf, die Stadt Plauen sieht bei Sonne einfach besser aus, und ohne Regendress fährt es sich auch besser. Kilometer 68, mein Magen meldet sich nun heftig. In Judith's Brückenstüb'l bekommt er nun jede Menge Arbeit! Es ist schön gemütlich hier, noch eine Tasse Kaffee und wie wär's mit einem selbstgebackenen Kuchen? Dann bitte zwei Stück davon! Und weiter geht's! Doch es regnet schon wieder und heftiger! Da muss ich halt durch! Sind ja nur noch 20 km, doch die Steigungen wollen gefahren sein. So lande ich pünktlich wie vereinbart um 18:00 Uhr bei den beiden im Bild. Wir haben uns viel zu erzählen, sie sind ebenfalls aktive Fernradler und haben beide einen herzerfrischenden Humor. Also, wenn jemand der Herausforderung Mathe unterliegt oder Fragen zu speziellen Rechtsdingen, zu Lateinübersetzungen hat oder "in deren Orchester" mitspielen möchte, das könnte ich bestimmt vermitteln, weiß aber nicht, ob ich mich jemals wieder hier sehen lassen darf!
Und nun zum Betreff: wer weiß damit was anzufangen? Denkt mal darüber nach! Aber vergeßt darüber nicht ins Bett zu gehen!
Gute Nacht! Euer Rainer
Ach, insgesamt sind es nun 3.655 km

Rainer trinkt Bier

09.06.

gestern war ein sehr langer Tag, zwar hatte er wie immer 24 Stunden, doch davon war ich 17 1/2 Stunden wach plus 1/2 Stunde von heute und saß davon über 9 1/2 Stunden davon auf dem Rad. Und kalt war es! 9 bis maximal 14 Grad! Wenigstens hatte ich immer Rückenwind, der manchmal recht heftig war. Bei leichtem Nieselregen fuhr ich aus Hof ab, dem "deutschen Sibirien" wie es die Dachgeber Vera und Wolfgang nannten- die müssen es ja wissen. Zuerst am Untreu-See entlang, was da wohl geschehen war, dass er diesen Namen erhielt? Im gesamten fast immer autofrei, manchmal war die Strecke auch straßenbegleitend, und anfangs ging es oft bergauf und bergab. Oft fuhr ich an der Saale entlang, durch die sie umgebenden Wiesen. In der Stadt Gefrees gab es kein Gefräß, sondern bei einem Bäcker eine große Tasse Kaffee zum aufwärmen, und eine "schwangere" Laugenbrezel, so dick war die und nicht hohl. Das war etwa 20 km vor Bayreuth. Und immer wieder ging es nun flott bergab. Dann kam das idyllische Wiesenttal, das sich allerdings lang hinzog, manchmal bekam ich sogar Gegenwind, und ich hatte auch den Eindruck, daß das Gefälle minimal ist. Dann kämpfte ich mich um Forchheim herum, überall viele Autos, auch in den kleinen Dörfern, die verkehrsüberlastet sind. Nun die letzte Teilstrecke entlang der B 470 oder neben den Rasern auf der belebten Straße, bis ich in Uelfeld an der Aisch ankam (Ülfeld gesprochen) obwohl der Ort nur wenige tausend Einwohner hat, hat er Marktrecht- er liegt eben günstig.

Die erste urkundliche Erwähnung Uehlfelds datiert aus dem Jahr 1123. Hier das restaurierte Torhaus, das jetzt für Feste genutzt wird. Und warum bin ich überhaupt hier? Die letzte Dachgeberin vor Wilkau- Haßlau war die Mutter der jetzigen Gastgeberfamilie!

 

Rainer Üfeld

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rainer Üfeld II

10. 6. – 

 

 

 

 

 

 

 

Morgens trödeln  – mittags rasen ….

Hallo alle zusammen, wie oben beschrieben habe ich heute den Tag verbracht.

Und weil ich heute kein aktuelles Bild habe, gibt's hier links den Feuerturm und rechts das Rathaus von Sopron, ein Österreicher sagte mir mal: das heißt "richtig" Ödenburg! Ein Mann von vorgestern…

Rainer Soproan 1Rainer Sopron 2

11.6.

Heute gibt's viele Stadtansichten, die schönen Landschaftsbilder müßt ihr euch denken – oder selbst mal eine Taubertal- Radtour machen. Da könnt' ihr direkt hinfahren, ist nämlich bedeutend kürzer als wenn ihr über Bar-le-Duc, Pontassieve, Gyönk und Wilkau-Haßlau fahrt, ich meine ja nur…Hier seht ihr das Rathaus von Tauberbischofsheim, es hat rechts und links des Turmes in senkrechter Reihe Glocken, die gerade gespielt wurden, als ich dort war. Die Feuerwehr war auch da, sie hatten in einem Sanitätshaus zu tun.

Rainer Tauber I Rainer Tauber II Rainer Tauber III

12. 6. Hallo alle zusammen,

bald ist Schluß mit lustig, denn bald seht ihr mich wieder! Heute morgen bin ich nach ausgiebigem Frühstück und genügend Kaffee losgefahren. Das ging zunächst ganz leicht, ich konnte nun den langen Berg hinunter rasen; 8% Gefälle hatte er! Von dieser Seite betrachtet, hat mir der Berg gefallen. Unten in Wertheim angekommen, war ich lange ratlos, ich fand den Radweg nicht und irrte herum, fragte versehentlich Bustouristen, die natürlich keine Ahnung hatten. Aber dieses Ehepaar, jawoll, die konnten mir helfen! Während die Frau schon weiterging, war der Mann sehr wißbegierig. Ja, Männer sind so, das hat mit Neugier nichts zu tun, sondern mit Wissenserweiterung, um mit der Partnerin tiefschürfende Gespräche führen zu können (was tun wir nicht alles …) und jetzt kommts: die sind verwandt mit einer Familie G…..l in Griesheim!

Träge floss der Fluss dahin, träge war auch ich, hatte ich nicht noch Ballast von gestern? Wurst, Brot und Obst lassen sich im Magen doch besser transportieren… Und wirklich, jetzt ging es auf einmal zügiger voran durch Felder und Wiesen  – trotz den 32 Grad Wärme! So gelangte ich zum vereinbarten Zeitpunkt zu meinem Ex-Kollegen Manfred in Obernburg – mit 70 Tageskilometern (und 4.060 Tourkilometern). Kaffee und Kuchen gefällig? Gerne! Danke! Und auch hier wurden wichtige Neuigkeiten angesprochen und diskutiert …

Soll ich noch weiterradeln? Durch das Stadttor von Obernburg nochmals hindurch? Und dann wohin? Natürlich zum nächsten Dachgeber! Aber erst mal einen finden! Schwierig? Schwierig! Und was dann? Dann wünsche ich erstmal den Griesheimern einen schönen Abend und besseres Wetter als hier, die brauchen das für die 850 Jahr Feier, heute für das Menschenband und die TuS Radsport-Abteilung für ihren 850 Minuten Nightride! Ich wünsche beiden gutes Gelingen!

Morgen sehen wir uns wieder!

Rainer Stadttor

Was hat das alles mit dem Betreff zu tun? Es gibt weitere Infos zum 12.6.!

Nach dem Kaffeegeplauder mit Manfred schaute ich in meinem schlauen Buch nach einem ADFC-Dachgeber. Ja, da waren doch noch einige Kilometer zu radeln! Aber…nein! Dann kann ich doch gleich? Aber ich bin nicht angemeldet ! Soll ich trotzdem? Und wie weit ist das noch? 57 Kilometer, phahh, da bin ich manchen Tag schon weiter geradelt! Wo geht's lang? Vollgas! Fast alles eben – nur ein paar Tropfen von oben zur Kühlung. Doch 3 Stunden später telefoniere ich vorsichtshalber: wie geht es dir? Die Gegenfrage der Angerufenen: wo bist du denn? Meine Antwort: mach' doch mal die Türe auf, bitte! Die Freude war bei beiden groß, ich war zu Hause! 

Aber ich sollte doch am Samstag um 15:00 Uhr zunächst in Roßdorf … und wie komme ich morgen ohne Tarnkappe dahin? Und was werden meine Freunde sagen oder denken? Darf ich die vera… Ursula läßt mich hinaus, Helm vergessen! Nochmal zurück! Der Nachbar grüßt "schon da?" "Ich bin nicht da!" So fliege ich zur Siedlung Tann und dort in den Wald nach Eberstadt, weiter über Wiesen und Felder in den nächsten Wald. Dort schaue ich etwas irritiert auf marktähnliche Stände, denen ich in Abständen begegne. Und nun sehe ich auch Wanderer, manche sogar mit Bierbechern – am helllichten Tag! Gilt hier nicht mehr die alte Regel "kein Bier vor vier"? Und was kommt jetzt? Gyula und Judit sind unter den Wanderern, der Bürgermeister von Gyönk mit seiner Frau! Auch dieses verfrühte Wiedersehen ist schön! Nun aber schnell nach Roßdorf! Mal sehen, wer kommt und mich nach Darmstadt und Griesheim begleitet. So setze ich mich ins Eiscafé Rimini und warte bei Pizza-Eis und Kuchen – bei sich verdunkelndem Himmel. Armin kommt, gefolgt von Marion und Werner und Monika; alle jedoch in normaler Kleidung. Sie haben alle nachher noch Verpflichtungen, doch sie sind hier, danke dafür. Dann kommt tatsächlich noch einer in Fahrraddress: "Carlo" alias Karl-Heinz W.! Als Kleinstgruppe steuern wir nun Darmstadt an, haben auch bald Kontakt mit Bernd und Frau Mania und ich staune plötzlich – da kommen die treuen TuS-RennradlerInnen daher: Enno, Marlies (vom Vorstand) Reinhard, Sabine, Klauso, Gerd, Sabine O., Ulli und Werner!!! Treue Seelen! Danke für's Kommen! Und hier das Gruppenbild:

Dann durfte ich auch mit Rad auf die Bühne – mit meinem Freund Gyula!

Nun fuhren wir zusammen nach Griesheim, Carlo fuhr mit. Dort noch ein Auftritt mit unserer Bürgermeisterin, dann gingen wir "zum gemütlichen Teil" über – und das dauerte, zumindest bei mir. Danke an alle, die mich begleitet haben!!!

Was hat mich bewegt, diese Tour zu machen, was war interessant oder anders?

Vor sehr langer Zeit waren wir in Bar-le-Duc mit einem Bus der Stadt Griesheim; zweimal schon war ich in Pontassieve, mit Rennrad bzw. Rad, und einmal ebenfalls mit Rad in Gyönk. Wilkau-Haßlau kannte ich noch nicht.

Doch das Jubiläumsjahr Griesheims nahm ich als Anlaß, alle Partnerstädte auf einmal zu besuchen. Ich wurde überall so herzlich aufgenommen! Und habe über die Städte und Menschen, ihren Alltag und ihre Wünsche und Lebensziele sehr viel erfahren, die unseren in vielem ähnlich sind – und das über Länder- und Sprachgrenzen hinweg, die es in einem zu vereinenden Europa zu minimieren gilt, was das Verstehen untereinander befördern wird…

Interessant sind die verschiedenen Landschaften sicherlich, jedoch sind es vor allem die Menschen gewesen, die mich beeindruckten.

Es waren 4.200 Kilometer, und an jedem Kilometer hängt eine Erinnerung.

Ich danke allen, die dazu beigetragen haben, daß diese Tour gelungen ist!

 

"Kette rechts!" für die TuS Rennrad-Abteilung 

und

"Pump auf!" für die Gruppe EuropaRad

Euer Rainer 

Rainer wieder in DARainer wieder in DA auf BühneRainer du bist ein Held Rainer in Fehm auf Bühne

Rainer mit Ursel

Rainer mit Ursel Rainer mit Fahne

Rainer mit Fahne

Rainer mit Plakat vom TuS

Rainer mit Plakat